Strahlend blauer Himmel vor leuchtend gruenen Berghaengen! Ein perfekter Tag, um endlich den Spaziergang zu machen, von dem der Lonely Planet eine "stunning scenery" verspricht. Wir fuhren ersteinmal zum Busterminal, wo wir das erste Mal die torajanische Art und Weise Schweine zu transportieren kennen lernen durften und nahmen von dort einen oeffentlichen Minibus, den wie fuer 8 Euro chartern konnten den Berg hinauf. Schon waehrend der holperigen Fahrt wollten wir
staendig "Halt" schreien und rausspringen - nicht jedoch wegen der interessanten Fahrweise der Fahrers, sondern weil schon hier die Landschaft umwerfend schoen zu werden begann. Typische Toraja-Haeuser und Reisscheunen mit ihren markanten, schiffsfoermigen Daechern lagen wie gemalt in einer huegeligen Landschaft mit Reisterrassen, die in allen erdenklichen Gruentoenen der Sonne entgegen strahlte. Erste Felsengraeber, oft in riesigen Findlingen auf den Feldern, manchmal in Haengen kamen zum Vorschein. Kinder liefen von der Schule nach Hause, ihre Eltern arbeiteten auf den Feldern oder im Haus. Das war schon fast ein bisschen zu idyllisch alles.
Als wir im Dorf Lempo ausstiegen fiel uns die fuer Indonesien sehr angenehm kuehle und gute Luft auf. Schon
nach kurzer Zeit wurden wir von einer Gruppe Schuljungs begleitet, deren Bemo ueberfuellt vorbeigefahren war und die nun zu Fuss in ihre Doerfer gehen mussten. Ihre gelben Shirts passten erneut wie gemalt in diese Landschaft... unglaublich, fast traumhaft. Zuerst waren die Jungs noch sehr schuechtern, aber bald drehten sie auf, rannten staendig um uns herum, grinsten, guckten und fragten. Recht aufgeklaert waren sie auf jeden Fall, was wir nach einigen "Vaginaaa, Vaginaaa"-Rufen rausfanden.
Kurs darauf trafen wir einen alten Mann, der auf 2 Wasserbueffel aufpasste (siehe Foto) und der wurde erstmal so richtig geaergert. Nett, dass er danach noch bereit war, das Foto zu machen.
Wir liefen vorbei an immer neu faszinierenden Reisterrassen. Hatte man sich grade vorher geschworen, nun aber wirklich das letzte Foto von diesen dummen Reisterrassen gemacht zu haben, wurde man nur wenige Minuten spaeter eines besseren belehrt. ("Ich mach nur noch eins, ja?"; "Boah, der Blick von hier, den
muesst hier sehen!"; "Nee, kommt schnell hier rueber!") Und so ging das ne gaaaanze Zeit. Wir wanderten durch kleine Doerfer, in denen die Leute meist erfreut winkten und aus allen Ecken irgendein "Hello Mister, helloooooo" zu hoeren war. Oft sah man gar keine Leute, sie waren vielleicht noch im Haus oder hinter Hecken, ihr "Hello Mister" liessen sie sich trotzdem nicht nehmen.




Spaeter kamen wir zu einem kleinen Ort, in dem Babygraeber in einer riesigen Felswand angelegt sind. Als wir grade Eintritt zahlen wollten, wurden wir zu einer Huette, offensichtlich einem kleinen Kulturzentrum fuer Tanz und Gesang gewunken. Gleich wuerde hier die Abschlussprobe fuer einen Auftritt am heutigen Abend stattfinden und wir seien eingeladen zuzusehen. Is auch gratis! Und so setzten wir uns auf die Stufen des Hauses uns
beobachteten und lauschten gespannt dem Geschehen. Zumindest die erste halbe Stunde... denn immer, als wir dachten es waere vorbei, ermahnte uns die Choreographin: "Satu lagi, satu lagi - einer noch" OK, also blieben wir ueber eine Stunde und sahen tanzende
Maenner mit Blaetterkraenzen auf dem Kopf, mit Federschmuck auf und kleiner Rassel, wuerd ich sagen, in der Hand, eine Maultrommelvorfuehrung und die verschiedensten Gesaenge. Wir waren auch nicht die einzigen Zuschauer, denn auch viele Dorfmitbewohner schauten interessiert zu und uns an. Und die Kids liebten es fuer Fotos zu posen und sich selbst darauf anschliessend lachend zu bestaunen. Wir waren doch echt ueberwaeltigt, wie offen uns stolz und diese Leute so viel und so dicht von ihrer Kultur zeigten... wirklich richtig schoen.


Einige Zeit spaeter standen einige Maenner an der Strasse etwas unterhalb einer riesigen Palme, die irgendwie von einer Art Bambus-Baugeruest umgeben war. Oder was sollte das sonst sein? Hmmm. Keine Ahnung. Da haengt so was dran, aber was? Und wo geht das hin? Da drueben? Gerne klaerten uns die Maenner schon bald auf: hier wird der beruehmte Palmwein der Region gewonnen. Aaach so. Ja klar. Und schon mussten wir einen Schluck davon kosten. Bzw. ein ganzes Becherchen voll. Allen voran immer Lars, aber wir nahmen alle einen Hoeflichkeitsschluck von dieser eher saeuerlichen Fluessigkeit. So schmeckt das also.
extrem ruckeligen Fahrt die "Strasse" hinunter an allen verfuegbaren Stangen des Transporters fest. Wir lachten und stiessen uns, wir juchzten und schrien, letzteres wie ungefaehr ausnahmslos alle Indonesier, die uns sahen. Und das waren viele, schliesslich schienen alle grad von der Arbeit gekommen zu sein und quatschten nun mit Freuden vor ihren Haeusern. Waren wir vorher noch keine Attraktion gewesen, waren wir es jetzt !!! Und schon setzte der erwartete Regen ein, was fuer eine Fahrt!Nach diesem wirklich ereignisreichen und unglaublich eindrucksvollen Tag, wollten wir nach einer Dusche noch schnell was essen gehen, aber nicht zu lange.... und wie sooft kommt es anders als man denkt. In unserem Hotel lernten wir noch Marion und Jeff aus Paris und Jean-Pierre aus Belgien kennen und gingen zusammen in Mart's Cafe essen. Soweit, so gut.
Schon bald fiel uns die sehr gute Stimmung einiger anderer Gaeste und Reiseleiter auf, die im Restaurant lauthals zu Gitarrenmusik sangen und lustig tranken. Und, was machten wir natuerlich eine Stunde spaeter?!? Jaaaahaaa? Genau!
Wir tranken lustig:

Wir sangen lustig:

Wir tanzten lustig:

Wir machten lustig romantische Bilder:

Und lernten lustig ganz viele nette Leute kennen, mit denen zusammen wir einen wirklich unglaublich und unerwartet lustigen Abend verlebten!

Ich wuerde sagen: I think, i like this situation!
***We had a very impressing day, walking along the undoubtedly stunning and wonderful landscape north of Rantepao with its lush rice terraces and mountain views and visiting many different villages, where we met even more open-minded and curious people, who let us have an insight into their daily life and culture. And even though we were really tired in the evening, we had a really fun night out meeting a lot of locals and drinking a lot of Bintang beer.***

1 Kommentar:
Very good......
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