Es ist schon komisch dieses Gefuehl... so nah dran zu sein.
Das Krankenhaus MMC, in das die meisten der Opfer gebracht wurden liegt auf dem Gelaende meiner Apartmentanlage. Es ist halt das naechste vom Ort des Geschehens. Als ich gestern abend nach Hause kam, war die ganze Einfahrt und Strasse zugeparkt mit Fernsehuebertragungswagen, man kam kaum durch. Vor dem Eingang des Krankenhauses massenhaft Reporter und Kameraleute, Lichter, Scheinwerfer...
Von meinem Fenster aus gucke ich genau auf die beiden Hotels in ca. 1 km Entfernung. Bis ca. 22 Uhr waren die Schriftzuege, bzw Logos noch hell erleuchtet, danach wurden sie ausgeschaltet. Die Hotels waren dann fast ganz dunkel, nur gesamte Etagen waren zu sehen, wahrscheinlich wurden diese grade durchsucht. Ich hab dann ziemlich schnell mein Rollo zugezogen, ich wollte dort nicht mehr drauf gucken.
Mein Veranstalter, Vayatour, ist einer der groessten in Indonesien und natuerlich haben wir auch Vertraege mit dem Marriot und Ritz. Fuenf unserer Kunden waren unter den Opfern, einer davon ist wohl ums Leben gekommen. So zumindest wurde es uns nach der Krisensitzung der Geschaeftsfuehrung gestern mitgeteilt. Alle von Ihnen sind "Auslaender" und wurden noch gestern in Spezialkrankenhaeuser nach Singapur ausgeflogen.
Beide Hotels sind ein sehr beliebter Ort fuer Geschaeftsessen und Veranstaltungen. Ravi hatte erst am Dienstag eine Kundin im Marriot getroffen, Bharat war dort am Donnerstagabend zu einer Veranstaltung. Ganz in der Naehe liegen viele Restaurants und Bars wie das Loewy's oder Pancake Parlour, in die auch Nancy und Ich haeufig gehen, mindestens einmal die Woche.
Gestern nachmittag dann streuten die Medien Geruechte, dass noch 40 weitere Bomben in Jakarta versteckt seien, Hinweise darauf haette man bereits gefunden. Das legte einen grossen Teil des oeffentlichen Lebens erstmal lahm, alle meine Kollegen gingen nur noch nach Hause anstatt zusammen essen zu gehen, jeder wollte bloss noch zu seiner Familie.
Ich finde allerdings, dass man genau das nicht tun sollte. Ist diese Angst, diese Einschraenkung nicht genau das, was die Terroristen wollen? Grosse Teile der Bevoelkerung so einschuechtern, dass der Schaden fuer Wirtschaft und soziales Leben umso groesser wird...?
Nach einigem Hin und Her entschlossen "wir Deutschen" uns gestern abend doch auszugehen. Es war ein komisches Gefuehl, mein Blick fiel sofort auf jede Tasche, die in den Club getragen wurde. Aber die Kontrollen wurden wirklich verstaerkt, denn bevor ich meine Handtasche in den Club mitnehmen durfte, wurde sie 3 mal komplett ueberprueft, inklusive Metalldetektor.
Heute scheint alles schon etwas besser zu sein, der Schock sitzt bei allen tief, doch es geht ja weiter.
*** It's a very scary and weird feeling to be so close to ground zero, to be so close to a terrorist attack. Most of the victims were brought into the hospital that is located on the entrance to my apartment complex, yesterday and still today my whole street was blocked by all those TV cars, by reporters and camera teams. My window directly faces those two hotels, which are approximately 1 km away. The tour operator i worked for had booked a lot of clients into these two hotels, 5 of them are among the injured, one might have died. Nancy and I often visit restaurants very close two those hotels, my friends Ravi and Bharat had just been in the Marriot for business lunches and conventions this week... me and my german friends still decided to go out last night, as opposed to the majority of my friends here, who are still very scared... but isn't that exactly what the terrorists want? Scare the whole population and effect everyone's daily life? ***
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen