Dienstag, 14. April 2009

Sumatra 1: Anreise zum Lake Toba - was alles schief gehen kann


Danau Toba ist der größte Kratersee der Welt und der zweit größte jemals ausgebrochene Vulkan. Dieses Ereignis löste vor ca. 70 000 sogar eine Eiszeit aus.

Dieses Naturwunder hatten wir uns als Reiseziel für die Ostertage vorgenommen, hatten wir doch ausnahmsweise mal 4 Tage, also quasi richtig lange Zeit. Der Plan war gut – es gab nämlich keinen, aber der Flug gebucht und so ging das Abenteuer los. Um 4:45 holte Rolf Nancy, Mich und Matze mit dem Taxi von unserem Apartment ab und schon kurze Zeit später checkten wir pünktlich am Flughafen von Jakarta ein. Der Flug war ohne jegliche Turbulenzen, unser Gepäck kam schnell. Das lief ja alles wie am Schnuerrchen, bis jetzt. Wir hatten uns auch schon gewundert – haben Nancy und Ich hier in Indonesien das Chaos doch eher gepachtet…

Da es mittlerweile 10:30 Uhr war und wir noch nicht gefrühstückt hatten, eilten wir zu Dunkin’ Donuts am Polonia Flughafen von Medan und wurden von einem sehr unfreundlichen Mitarbeiter eben nicht begruesst. Er wollte uns nicht bedienen, murmelte vor sich hin, außerdem seien keine Zutaten für unsere Sandwiches da…. Ah ja. Hmm. Eine andere Mitarbeiterin kam herbei und bediente uns. Als wir etwas verdutzt über einen der ersten so richtig unfreundlichen Indonesier unser Sandwich entgegennahmen stellten wir fest, dass sich in der Zwischenzeit ein anderer Indonesier auf unseren, letzten freien, Platz gesetzt hatte. Na klasse.
Nach zähen Verhandlungen mit nervigen Taxifahrern fuhren wir schließlich mit einer Privatperson zur Busstation. Kurz vor Ankunft unterbreitete uns aber unser neuer Freund T., dass heute keine Busse fahren würden, weil ja Wahltag ist, aber wir könnten ja mal sehen… Am Busbahnhof standen tatsächlich nur 2 Busse, diese schon voll, dafür aber ca. 300-400 wartende Indonesier… Hmm. Komisch. Wann ein Bus fahren würde wusste so niemand richtig, ob überhaupt auch nicht. Auch nicht die Busgesellschaften oder wartenden Fahrgäste. „ Um 12 vielleicht, …. spätestens um 2.“ Hörten wir hier und da. Oh Mann. Also doch auf das Angebot von unserem neuen Freund T. eingehen, in einem sehr alten, leicht kaputten, sehr heißen Minibus ohne Aircon eine Strecke von mindestens 4 Stunden zu fahren?
Da kein Bus in Sicht: Ja.

T war echt richtig nett und erklärte uns noch die ein oder andere Pflanze am Wegesrand, für eine Erdnussplantage fuhren wir sogar einen Umweg. Aber irgendwie hatte er auch nur eine Kassette im alten Bus, die auch noch leierte... uns so hoerten wir die gesamte Fahrt ueber Jon Bon Jovi.... gut dass wir alle nach einiger Zeit einschliefen - war sowieso zu heiss um wach zu bleiben... Leider kamen wir dank des Durchschnittstempos von 30-50 km/h mit der alten Karre nur ein paar Minuten zu spät zur Fähre, so dass wir im kleinen Hafenstädtchen Parapat zwei Stunden auf die Nächste warten durften…
das lief ja schon wieder alles gut... Parapat schien irgendwie nicht so unser Lieblingsort zu werden.... stank es doch sehr und wirkten viele der Gestalten dort eher unfreundlich. So durfte ich mir ein: Don’t go on my ferry, go to the moon, but i don’t want you on my ferry“ anhoeren, obwohl ich so gar nichts gemacht hatte... Das bezog sich auf die linke Faehre... sind dann einfach mit der rechten gefahren, wollten ja hier nichts herausfordern...Die Faehrueberfahrt aber war wunderschoen, toller Blick, tolle Landschaft, einfach atemberaubend.
Wir freuten uns auf das Carolina Hotel, dass uns jeder empfohlen hatte, sollte das tollste auf der Insel sein, dennoch zu einem sensationellen Preis. Vorgebucht hatten wir ja wie bereits am Anfang erwaehnt, nichts, denn nach vielen Expertengespraechen mit Freunden wie Lars, Sandra, Madeleine, Budi, Yunni, Daniel usw. wurde uns versichtert, dass die Gegend ihre besten Tourismus-Zeiten bereits hinter sich hatte und so immer ueberall alles frei waere. Als uns auch der Lonely Planet bestaetigte: „tourism in Toba is almost dead“ machten wir uns überhaupt keine Gedanken. Die Faehre setzte uns am Hotel Carolina ab und wir spazierten fröhlich zur Rezeption. Sollte das letzte Mal froehlich fuer eine lange Zeit sein… denn das Hotel war ausgebucht. Nach über 15 Stunden Reisezeit und einem Riesenhunger meinerseits war das natürlich eine dramatische Nachricht, aber nicht nur das: Alle anderen Hotels der Insel seien auch ausgebucht, warum wir denn nicht im Voraus gebucht hätten… Waaaaaaaaaaas? So rief der nette Rezeptionist erfolglos bei anderen Hostels an… nicht viel zu machen.

Also zogen wir erneut los, ihr könnt euch meine Laune bei knurrendem Magen vorstellen, und suchten in 2er Teams nach bezahlbaren, nicht völlig abgeranzten Übernachtungsoptionen… ein echtes Problem… Nach ca. 20 min Fußmarsch und Zimmeranschauen, jetzt auch noch voll geschwitzt, setzte ein fröhlich starker Regen ein, der uns nun wirklich den letzten Nerv kostete. Wir nahmen uns einfach das nächstbeste, naechstbilligste abgeranzte Hotel Bernhard fuer 4 Euro die Nacht und hofften auf mehr Glück am nächsten Tag.


Sofort ging’s nach Rucksack ins Zimmer schmeißen in die Pizzeria Rumba … dort lief dann „Wind of change“ von den Scorpions und Bier lief in unseren Rachen – aus Verzweiflung, so’n Tag konnte doch gar nicht sein. Wenigstens waren Pizza und Bier ausgezeichnet und es standen zu unserer Belustigung die beiden Schweizer Gerichte „Fozzelschnitte“ und „Vogelheu“ auf der Karte, was nach dem 2. Bier echt witzig war. Deswegen blieb es auch nicht beim Zweiten…


Und um es noch mal zu wiederholen und unsere Anreiseerfahrungen zusammenzufassen: kein Taxi vom Flughafen zur Busstation, es fährt kein Bus von der Busstation, wir fahren mit nem Uraltauto und einer einzigen Kassette, wir verpassen die Fähre und müssen 2 Stunden warten, alles Hotels sind ausgebucht, es fängt an zu regnen – welch ein Tag, was soll uns jetzt noch passieren!

*** Since we had 4 days of for Easter holiday we made a trip with two German friends, Matze and Rolf, to Lake Toba in Sumatra. Getting there took us more than 15 hours (and was kind of complicated) and when we finally got to the small town of TukTuk, all accomodation was fully booked... so we spend the night in a pretty run-down hostel for just 4 Euro a night and got drunk after dinner....***

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